Kleeblatt-Schwedt

Schwedt (MOZ) Das neue Familienzentrum „Kleeblatt“ hat in Schwedt seine Arbeit aufgenommen. Es soll frühe Hilfe für unter dreijährige Kinder vermitteln. Es wird von der IG Frauen und Familie Prenzlau betrieben und von Claudia Pietschmann geleitet.

Feste Öffnungszeiten hat das Schwedter Familienzentrum Am Flinkenberg 26 noch nicht. „Wer kommt oder bei uns anruft, dem helfen wir oder vermitteln ihn weiter, dahin, wo er die beste Hilfe bekommen kann“, sagt Claudia Pietschmann. Momentan „spinnt“ sie noch an ihrem Netzwerk in Schwedt. Sie kontaktiert Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe, Gesundheitsämter, Servicestellen, Schulen, Polizei- und Ordnungsbehörden. Arbeitsagentur, Krankenhaus, Frühförderstellen, Familienbildungsstätten, Angehörige von Heilberufen. „In Schwedt gibt es da schon sehr gute und sehr viele Angebote“, schätzt Claudia Pietschmann ein.

Einer der Ansprechpartner in Schwedt für die „Frühen Hilfen“ ist das Netzwerk „Gesunde Kinder“. Dessen Paten betreuen seit Jahren junge Familien und deren Kinder, erinnert Dr. Wenzel Nürnberger, Vorstandsvorsitzender von Gesukom und Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum. Von den ungefähr 600 Kindern, die jährlich in der Uckermark geboren werden, würden ungefähr 80 von den gut geschulten Netzwerk-Paten betreut.

Das Asklepios-Klinikum betreibt auch eine Hotline für jugendliche schwangere Mütter in Not (Telefon: 0333253444).

In Folge tragischer Unglücksfälle von Kleinkindern, die sich bundesweit ereignet hatten, hatte der Bundestag das Bundeskinderschutzgesetz erlassen und damit den Auf- und Ausbau des Kinderschutzes durch Etablierung eines engmaschigen Netzwerkes.

Das dazu passende Präventionskonzept in der Uckermark heißt „Frühe Hilfen“. Mit dem Schwedter ist das Netz der vier Familienzentren in der Uckermark komplett. Familienzentren gibt es auch in Angermünde, Prenzlau und Templin. Der Landkreis fördert deren Arbeit mit 70000 Euro und noch einmal 100000 Euro jährlich für das Personal. Zudem die Stelle eines Netzwerk-Koordinators. „Das signalisiert das besondere Interesse und Engagement des Landkreises am präventiven Kinderschutz“, sagt Jugendamtsleiter Matthias Genschow.

Frühe Hilfen sollen in der Arbeit mit Familien dazu beitragen, dass Risiken für das Wohl des Kindes frühzeitig wahrgenommen und verringert werden. Wenn die bekannten Hilfen nicht ausreichen, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, sorgen Frühe Hilfen dafür, dass weitere Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergriffen werden.

Kontakt: 03332838284


Dieser Beitrag wurde von Dietmar Rietz am 28.03.2015 in der Tageszeitung Märkische Oderzeitung (MOZ) veröffentlicht.

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