FamZ Pusteblume

Angermünde (MOZ) Mit der Eröffnung des Familienzentrums “Frühe Hilfen” am Freitag in Angermünde gibt es eine weitere Anlaufstelle für junge Familien mit Problemen. Ob finanzielle, gesundheitliche oder soziale Schwierigkeiten – Koordinator Jörg Kuschel hat ein offenes Ohr für die Sorgen der Betroffenen.

Alleinerziehend und mit dem Kind überfordert, ohne Job und dann auch noch mit Schulden, da ist guter Rat teuer. Im neu eröffneten Familienzentrum des Netzwerkes “Frühe Hilfen” in der Gartenstraße aber kostet eine Beratung nichts – bis auf die Einsicht, dass Hilfe zu suchen keine Schwäche, sondern vielmehr eine Stärke ist. Werdende Mütter und Väter sowie junge Familien mit Kindern bis zu einem Alter von drei Jahren, aber auch Großeltern finden hier ein offenes Ohr. Neben der individuellen Beratung wird die Vermittlung und Begleitung von Hilfsangeboten groß geschrieben. Kontakte zu Behörden und Medizinern werden geknüpft, Termine zum Beispiel mit der Kinder- und Jugendhilfe vereinbart und so ein engmaschiges Netz von Angeboten gespannt. Im Mittelpunkt steht der Kinderschutz. Kein Mensch, schon gar kein Kind soll durch das Raster fallen, so das unausgesprochene Ziel des Netzwerkes.

Das Familienzentrum in Angermünde ist das dritte in der Uckermark. Nach Prenzlau und Templin, wo seit Anfang des Jahres die vom Landkreis unterstützten Koordinierungsstellen arbeiten, soll ein weiteres 2015 in Schwedt eröffnen.

Bereits 2012 hatte der Kreistag sich zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes in Form einer Förderung von Unterstützungsangeboten für junge Eltern entschlossen. Träger der Angermünder Einrichtung ist die Interessengemeinschaft Frauen und Familien in Prenzlau, die im Auftrag des Landkreises das Familienzentrum betreibt. Finanziert wird es durch Bundesmittel sowie durch 25 000 Euro, die der Kreis pro Jahr zur Verfügung stellt. Landrat Dietmar Schulze ist überzeugt, dass mit dem neuen Familienzentrum ein “Meilenstein in Sachen Kinderschutz” auf den Weg gebracht worden sei. Frank Bretsch, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, unterstrich die Bedeutung des an die Eltern gerichteten Beratungsangebotes: “Für einen erfolgreichen Start ins Leben sind Liebe und Geborgenheit das Wichtigste, denn aus ihnen erwächst Vertrauen, das es ihnen im späteren Leben auch ermöglicht, Probleme mit den richtigen Strategien anzugehen.”

Ansprechpartner in der neuen Einrichtung ist der Sozialpädagoge Jörg Kuschel. Der 50-jährige Angermünder verfüge über langjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit, hob die IG-Frauen-Geschäftsführerin Sieglinde Knudsen bei der Eröffnung hervor. Neben der Beratung sei er zudem für den Aufbau des Netzwerkes und die Zusammenarbeit mit den Partnern zuständig. Regelmäßige Treffen sollen zudem ausloten, welche Beratungsangebote darüber hinaus in der Region gebraucht würden. Eine Konkurrenz zum Netzwerk Gesunde Kinder, das ebenfalls in Angermünde und Schwedt Eltern unterstützt, stelle das Familienzentrum indes nicht dar. “Das Netzwerk arbeitet auf ehrenamtlicher Basis und wir kooperieren miteinander. Ich bin selbst Pate und wir werden sicher Angebote gegenseitig wahrnehmen und uns empfehlen”, machte Jörg Kuschel deutlich.

Kontakt: Netzwerk “Frühe Hilfen” Uckermark, Jörg Kuschel, Gartenstraße 1 in Angermünde

Telefon 0179 / 2181791

Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag von 9 bis 17.30 Uhr


Dieser Beitrag wurde von Christina Schmidt am 13.12.2014 in der Tageszeitung Märkische Oderzeitung (MOZ) veröffentlicht.

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